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Seelsorgeeinheit

"Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art, sind auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi." Mit diesen Worten hält das Zweite Vatikanische Konzil eine pastorale Grundverantwortung der Kirche fest, nämlich nahe am Leben der Menschen zu sein, um darin die Nähe Gottes aufzuspüren und seine Heilsbotschaft zu verkünden.

Neue Situation
Diese Grundverantwortung besteht fort, jedoch haben sich die Welt und die Menschen verändert – und damit auch die Kirche und die Seelsorge. Als Kirche im Bistum St. Gallen versuchen wir, die Zeichen der Zeit zu erkennen und unter veränderten Bedingungen unsere Aufgaben in der Nachfolge und im Sinne Jesu zu erfüllen, den Glauben weiter zu geben und den Menschen zu dienen.

Zu den veränderten Bedingungen, die das Leben der Kirche beeinflussen und die Seelsorge immer mehr prägen, gehören
– die zunehmende Auflösung territorialer Grenzen und die dadurch vermehrt praktizierte Zusammenarbeit zwischen den Pfarreien,
– die wachsende Mobilität vieler Menschen, die es ermöglicht, auch religiöse Bedürfnisse in einem grösseren sozialen Lebensraum zu beantworten,
– der Rückgang der Zahl der Priester, aber auch der übrigen kirchlichen Berufe
– der Bedeutungswandel von Glaube und kirchlicher Gemeinschaft.

Geringere Ressourcen, vor allem im personellen Bereich, veränderte Lebensgewohnheiten und wachsende Lebensräume bringen langfristig auch eine Verdichtung und/oder Umverteilung der Seelsorge mit sich. Auf diese Situation versucht das Bistum St. Gallen mit der Errichtung von Seelsorgeeinheiten zu reagieren, um auch unter den veränderten Gegebenheiten den Heilswillen Gottes zu vergegenwärtigen und zum Wohl der Menschen da zu sein.

Der Weg von der Pfarrei oder vom Seelsorgeverband zu grösseren Seelsorgeeinheiten kann allerdings nicht von heute auf morgen zurückgelegt werden. Es ist ein Prozess, der – wie die Beratungen in den diözesanen Räten und in den Dekanaten gezeigt haben – eine breit angelegte und sorgfältige Bewusstseinsbildung auf allen Ebenen des kirchlichen Lebens erfordert. Er ermöglicht den Glaubenden, auch in einer differenziert entwickelten Seelsorgeeinheit religiöse Heimat zu finden.

Begabungen der Seelsorgerinnen und Seelsorger
Der Pastoral im Bistum St. Gallen künftig die Gestalt von Seelsorgeeinheiten zu geben, geschieht mit der Absicht, die Seelsorgerinnen und Seelsorger zu unterstützen und ihre Tätigkeiten auf gute Weise miteinander ins Spiel zu bringen. Damit ist auch die Chance für eine effizientere und kompetentere Pastoral verbunden. Ein grösseres und differenzierteres Pastoralteam hat zudem mehr Möglichkeiten, die freiwillige Mitarbeit zu stützen und zu fördern.

Das Pastoralteam
Im Unterschied zu bisherigen Seelsorgemodellen werden die Seelsorger und Seelsorgerinnen in der Seelsorgeeinheit nicht für einzelne Pfarreien bestellt. Vielmehr wird die Verantwortung für das ganze Gebiet den verschiedenen Personen gemeinsam übertragen.

Ziel der Zusammenarbeit ist ein koordiniertes pastorales Handeln: gemeinsam in aufeinander abgestimmten Schritten handeln.

Wie die Aufgaben verteilt und die Zusammenarbeit gestaltet werden, sollen die Beteiligten eigenverantwortlich, entsprechend den diözesanen Regelungen, im Team aushandeln und verbindlich festschreiben.

Die pastorale Zusammenarbeit der Seelsorgerinnen und Seelsorger wie auch der Freiwilligen mehrerer Pfarreien erstreckt sich auf die gesamte kirchliche Arbeit und auf alle pfarreilichen Gremien in der Seelsorgeeinheit. Sie bezieht sich auf den Lebensraum der dort ansässigen Menschen und verbindet sowohl pfarreiliche wie überpfarreiliche Aufgaben und Dienste. Sie ist auf dem Weg des Dialogs zu entwickeln.

Innerhalb des Pastoralteams gibt es zwei besondere Dienste, die auch von ein und derselben Person ausgeübt werden können: den Dienst des verantwortlichen Priesters sowie den Dienst der Leitung des Pastoralteams.

Seelsorgekonzept
Für die Zusammenarbeit in einer Seelsorgeeinheit braucht es ein gemeinsames Seelsorgekonzept, das die Ziele und die Inhalte sowie die Art und Weise von Aufgabenverteilung und Zusammenarbeit regelt. Es wird gemeinsam von den Seelsorgerinnen und Seelsorgern, in Zusammenarbeit mit den Pfarrei- und Kirchenverwaltungsräten entwickelt und formuliert.

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Aktuell


PfarreiForum Nr. 07
vom 05.06.12 ist online
 

unter Link PfarreiForum

Filmportraits der
Berufsbilder in
der kath. Kirche

unter Link Pastoralteam

 

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